Aufruf zur Abwahl von ADC-Ehrenmitglied Schirner
Es kracht gewaltig im Club der Kreativen: Auf einer Website im ADC-Look (rulf.neigenfind.com) streiten sich zahlreiche Mitglieder, ob die Wahl Michael Schirners zum Ehrenmitglied des Jahres 2003 gerechtfertigt war. Initiator Rulf Neigenfind, der seit 17 Jahren in Paris wohnt, fordert Schirners Abwahl. Er wirft dem Kollegen vor, viele der Arbeiten, die ihn gross gemacht haben, stammten nicht von ihm, und nennt unter anderem die Jägermeister-Kampagne ('Ich trinke Jägermeister') oder die IBM-Werbung ('SchreIBMaschine'). Neigenfind: 'Das ist ein Skandal. So jemand kann kein Vorbild sein.' Weiter...
Schirner bleibt gelassen. Als GGK-Kreativchef habe er auch die Verantwortung für Arbeiten übernommen, die in seinem Team entstanden seien, wehrt er ab. Neigenfind kritisiert allerdings auch das Wahlverfahren. Wählen können lediglich die Mitglieder auf der Hauptversammlung. Nach Berlin kamen nur 77 von über 300. Erst dort wurden ihnen die Kandidaten genannt. 'Das sind Zufallsteilnahmen, die zu Zufallsmehrheiten führen', schimpft Neigenfind.
Den ADC lässt die Kritik kalt. 'Jeder wurde eingeladen. Wer sein demokratisches Recht nicht wahrnimmt, ist selbst schuld', sagt Geschäftsführerin Susann Schronen. Dennoch: Sollten zehn Prozent der Mitglieder schriftlich eine ausserordentliche Hauptversammlung fordern, kann Schirner mittels einfacher Mehrheit abgewählt werden. Das ist Neigenfinds Ziel.
Verfasst von Rulfer am 15.01.04 17:50