DER ADC-VORSTAND «STELLT FEST».
Zehn Tage nach der Premiere der Website «Das Ehrenmitglied» schien es mir, als habe der Vorstand angesichts des lebhaften Interesses (bis 20. Januar knapp 2 300 Besucher) nun doch etwas lange geschwiegen. Deshalb forderte ich Sebastian Turner letzten Montag auf, der Vorstand möge nun endlich einmal Stellung nehmen und sich nicht hinter den «unpassenden Äusserungen» einer Angestellten verschanzen.
Die Geschäftsführerin hielt es bekanntlich für angebracht, der Presse mitzuteilen, «Wer sein demokratisches Recht nicht wahrnimmt, ist selbst schuld». Was mir wiederum als «so ungefähr das

, was man in dieser Sache sagen kann» erschien. Denn, so ich, diese Initiative habe «nichts mit Demokratie zu tun, dafür umso mehr mit Anstand». Und wie die Wahl eines derart unwürdigen «Ehrenmitglieds» zeige, sei Anstand ein Konzept, das «

, dem Verein (und wahrscheinlich der ganzen Branche) weitgehend fremd geworden ist».
Konkret stellte ich Sebastian drei Fragen:
1. Muss man ausgerechnet einen zum Aushängeschild des Vereins küren, der eine derartig unehrenhafte Vergangenheit hat?
2. Kann einer, der schon zweimal für nicht würdig genug befunden wurde, ein drittes Mal Kandidat sein (d.h. so oft, bis er dann endlich gewählt wurde)?
3. Muss man deshalb einen Werner Butter von einer zufällig zusammengewürfelten Mitgliederversammlung niederbügeln lassen?
Des weiteren forderte ich Sebastian auf, mit einer klare Stellungnahme zur «Ehrenmitglied»-Frage gegen den Eindruck anzugehen, dieser ADC sei zu einer «Vereinigung der

in der Hand von

» verkommen.
Unser Vor-Turner konnte sich jedoch weder zu einer Antwort auf die drei Fragen noch zu der geforderten Stellungnahme durchringen. Es gelang ihm gerade noch ein müder Hinweis auf eine bevorstehende Vorstandssitzung («...am Dienstag trifft sich der Vorstand und spricht über alles Anliegende»).
Entsprechend verschnarcht klingt denn auch die dort ausgebrütete Pressemitteilung, die in bestem Bürokratisch folgendes verlautbart: «Der ADC-Vorstand stellt [...] fest, dass weder die formale Korrektheit der Wahl noch die Bedeutung der Lebensleistung von Schirner für die Kommunikationsbranche angezweifelt werden.»
Der ADC-Vorstand «stellt» also «fest», die Bedeutung der «Lebensleistung» etc.pp. werde nicht «angezweifelt». Von wem eigentlich nicht? Vom Vorstand? Wohl nicht, denn ein halbwegs schreibkundiger Texter hätte das so formuliert: «Der Vorstand zweifelt nicht an der Bedeutung...» Oder etwa von uns Mitgliedern? Woher weiss der Vorstand das? Umfrage? Telepathie?
Da lobe ich mir den Herrn Heintzsch, der sich neben der üblichen persönlichen Beleidigung wenigstens zu einem herzhaften Wutausbruch aufschwang: «...mich, der mit Herzen und Leidenschaft Frei- und Arbeitszeit für diesen Club gibt, als 'skrupellos' bezeichnen zu lassen, das ist denn doch mit Kanonen auf Spatzen geschossen». Und da sowas nur böse Buben tun, «...werde ich mir dagegen rechtliche Schritte vorbehalten.»
Das ist eine gute Idee, denn vor dem Richter ergäbe sich endlich eine Gelegenheit, sich einmal in der Sache auseinanderzusetzen.
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