Die Legende «Erfolgreicher GGK-Geschäftsführer»:
Die Legende, das Ehrenmitglied 2003 habe die GGK geschäftlich erfolgreich geführt, wurde ein paar Jahre nach seinem Ausscheiden von einem seiner Nachfolger nachhaltig zerstört.
Robert Stalder, als Geschäftsführer der vorletzten Stunde von Basel nach Düsseldorf beordert, ortete in einem W&V-Interview «den Schuldigen für das Abbröckeln einstigen GGK-Glanzes in dem Ex-GGK-Chef Schirner».
Robbie Stalder wörtlich: «Schirner hatte sich von 1982 bis 1983 ein bisschen totgelaufen».Rechnen wir nach: Von seinen 10 GGK-Jahren war das Ehrenmitglied sieben Jahre lang Geschäftsführer (1977 bis 1984). Bis zu seinem Abgang gewann er zu den 11 Kunden, die er von Vorgänger Rogosky geerbt hatte (IBM, VW, Pfanni, Conti, Bundespresseamt, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Henkel, Jägermeister, Reemtsma, Post und BUNTE), immerhin 37 neue Kunden hinzu—insgesamt betreute er bei GGK also 48 Kunden. Als das Ehrenmitglied 1984 überraschend demissionierte, hatte die GGK nur noch 16 Kunden, was einem Schwund von 32 Kunden entspricht.
In sieben Jahren verlor GGK durchschnittlich jeden 2. Monat einen Kunden und gewann jeden 2. Monat einen neuen hinzu—ein katastrophales Geschäftsmodell, an dessen Nachwirkungen die Agentur dann auch zugrunde ging.
Einer der allerletzten GGK-Geschäftsführer hatte schliesslich die undankbare Aufgabe, bei den vielen Unternehmen, die einst Kunde waren oder GGK präsentieren liessen, herumzuhören, weshalb niemand mehr etwas mit der einst so strahlenden Agentur zu tun haben wollte. Die Abneigung liess sich immer auf denselben Grund zurück führen:
Der Flurschaden, den das Ehrenmitglied 2003 mit seinem leichtsinnigen Geschwätz (à la «Die beste Voraussetzung, um gute Werbung zu machen, ist, dass man nicht zuviel vom Produkt versteht.») und seinen meist schnell als wirkungsfreie Werbegeldverpuffung entlarvten Kampagnen landauf, landab angerichtet hatte.
Für Uli Wiesendanger, das «W» von TBWA, war der Untergang der GGK noch aus einem anderen Grund auf das Ehrenmitglied zurück zu führen: «Die GGK [ging] zugrunde, weil sie zum Schluss wie ein Mönchsorden geführt wurde. Man stellte nur noch Leute ein, die zu Michael Schirner passten.» [→ WEITER]
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